Case 02 · Zusammenarbeit unter Druck
Ein Team war längst am Limit. Die Deadline blieb – und die anstrengendsten Monate lagen noch vor ihnen.
Eine Geschichte über Belastung, festgefahrene Gespräche und neue gemeinsame Bilder.
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Die Stimmung war zum Schneiden. Gesenkte Blicke, nervös klickende Kugelschreiber. Die Kaffeemaschine im Dauereinsatz. Hier brodelte es. Kaum sichtbar, aber deutlich spürbar.
Das Team arbeitete gemeinsam an einem Projekt. Die Deadline stand fest. Danach würden sich die Wege wieder trennen; einige würden in anderen Teams der Organisation weiterarbeiten. Doch zuerst standen die anstrengendsten Monate noch bevor. Und schon jetzt waren alle am Limit.
In der Vorbesprechung wurde klar: Geredet worden war genug. Es hatte viele Sitzungen gegeben. Vereinbarungen wurden getroffen, wieder verworfen oder vergessen. Versprechen blieben offen.
Wie sollte dieses Team jetzt noch konstruktiv zusammenarbeiten, das Projekt abschließen und dabei gesund bleiben?
Was nicht gesagt werden konnte, bekam eine Form.
In der Teamentwicklung haben wir mit LEGO® Serious Play® gearbeitet. Die erste Reaktion: Wir sollen unsere Zusammenarbeit bauen? Mit Lego? Wie soll das gehen?
Es brauchte ein paar Übungsrunden. Dann wurden Steine und Figuren beherzt zusammengefügt, bekamen Bedeutungen und erzählten Geschichten über den gemeinsamen Alltag.
Aus einzelnen Modellen entstand ein gemeinsames Bild der Zusammenarbeit. Was zuvor diffus im Raum gestanden war, lag jetzt auf dem Tisch: zum Anschauen, Nachfragen und gemeinsamen Weiterdenken.
Entscheidend war, was dadurch besprechbar wurde.
Die Modelle schufen Abstand, ohne die Themen auf Abstand zu halten. Wir konnten genauer hinschauen: Was zeigt sich hier? Was fehlt? Was bedeutet dieses Element für dich? Und was sehen die anderen darin?
So kamen Perspektiven zur Sprache, die in den vielen Sitzungen bisher keinen Platz gefunden hatten. Unterschiedliche Wahrnehmungen konnten nebeneinanderstehen, bevor wieder darüber diskutiert wurde, wer recht hatte.
Was sich veränderte
Die Belastung bekam eine Form. Spannungen wurden benennbar, Zusammenhänge verständlicher. Das gemeinsame Modell half dem Team, klarer zu erkennen, was die Zusammenarbeit erschwerte und was es für die verbleibende Zeit brauchte.
Die Deadline blieb. Die Arbeit auch. Aber das Team hatte eine gemeinsame Grundlage, um über die nächsten Monate zu sprechen – konkreter, offener und mit einem besseren Verständnis füreinander.
Auf einen Blick
Ausgangslage
Deadline, Spannungen, Erschöpfung
Im Fokus
Belastung und Zusammenarbeit sichtbar machen
In Bewegung
Mehr Verständnis, offenere Gespräche
